Artikel aus der Zeitschrift „Motor und Sport”vom 31. März 1935

Zündapp K500 Prüfbericht

Zündapp - Gespann „K500”

Zündapp K500 Zeichnung

Die Zündapp „K 500” ist heute nicht nur eine ausgesprochen schöne, sondern auch wirklich ausgereifte Maschine, die mit den stärksten Beanspruchungen fertig wird. Ueber das Solorad wurde in Heft 37/ 1934 berichtet. Inzwischen ist nichts Wesentliches an diesem bewährten Modell geändert worden. Selbstverständlich ging man an kleine Verbesserungen; denn die deutschen Fabriken wissen ja heute, daß es viel besser ist, eine gute Grundkonstruktion langsam zu verfeinern, als ständig völlig neue Modelle zu entwickeln, die nie zur letzten Ausreifung kommen. Es war schon nötig, sehr gründliche Versuche mit der „K 500” zu machen, um alle Erfahrungen des letzten Jahres auszunutzen, um Teile zu finden,
die geändert werden könnten.

Die neue verbesserte Federgabel mit hydraulischem Stoßdämpfer

Die größeren Zündapp-Räder haben heute eine noch verbesserte Gabel mit zwei Druckfedern und hydraulischem Dämpfer, der in Deutschland von Zündapp zum ersten Male - und mit Erfolg - im Motorradbau eingeführt wurde. Der Motor war schon im Vorjahr insbesondere durch Verbesserung der Kühlung geändert worden. Jetzt galt es, durch eine Verbesserung der Saugleitung und Veränderung in den Querschnitten und Durchlässen des Vergasers die Maschine noch ausgeglichener und „voller” zu machen. Es hat sich gezeigt, daß der Vergaser ohne Luftschieber zwar einfach zu bedienen ist, aber doch nicht das Ideal bei allen Belastungen und Witterungsverhältnissen darstellt. Der Wellenantrieb wurde noch etwas verstärkt und besonders sorgfältig abgedichtet. Ein 500-ccm-Rad dieser ausgeglichenen Konstruktion wird ja heute nicht nur auf der Landstraße, sondern auch im schwersten Gelände gefahren.

Mit dem Gespann unterwegs
Unsere Bilder zeigen am besten, ein wie einheitliches schönes Gespann aus der „K 500” gemacht werden kann. Zur Prüfung wurde ein Champion-Seitenwagen angebaut. Zunächst ist man überrascht, wie leicht sich das „K-500”-Gespann in der neuesten Ausführung fahren läßt, was heute noch keineswegs bei allen starken Motorrädern eine Selbstverständlichkeit ist. Eine geringe Aenderung des Vorlaufs kommt gerade dem Seitenwagenfahren zugute.

Das Bild zeigt den als Rahmen verwendeten Rennbügel und das kräftige Zwischenstück, das die Verbindung zwischen dem Motorrad und dem Seitenwagen herstellt.

500 ccm sind eigentlich die unterste Grenze für den Gespannbetrieb. Selbstverständlich können auch kleinere Räder mit Seitenwagen ausgerüstet werden. Es gibt Geschäftsleute, die Tag für Tag, Jahr für Jahr ein 200-ccm-Gespann fahren und damit zufrieden sind. Wer aber größere Ansprüche stellen muß und kann, der wählt für den Beiwagen zweckmäßig eine Maschine, die nicht nur stabil, sondern auch geschmeidig, also schnell in den Uebergängen und gut in der Spitzenleistung ist. So manches 500-ccm-Motorrad enttäuscht, sobald der Beiwagen angeschraubt wird. Das kann man von der Zündapp „K 500” nicht sagen; denn bei vollbesetztem Seitenwagen und ungünstiger Witterung konnte sofort ein Höchsttempo von 82 bis 84 km/ Std. gestoppt werden. Dabei waren die Straßen vereist. Auch der Verbrauch wurde bei besetztem Seitenwagen gemessen.

Der heute sehr ausgereifte 500-ccm-Motor
aus der Zündapp-Kardan-Reihe

. . . und das Solorad?
In der Kopfzeichnung der Prüfungsberichte wird immer der Verbrauch angegeben, im Bericht selbst wird dann näher erklärt, mit welcher Geschwindigkeit und Belastung die Verbrauchsmessung erfolgte. Da flüchtige Leser diese Erklärungen häufig nicht beachten, wird in Zukunft in der Kopfzeichnung immer der Verbrauch bei einer gleichbleibenden Geschwindigkeit von etwa 50 bis 55 km/ Std. angegeben oder es finden sich hier zwei Zahlen, die den Mindest- und den Höchstverbrauch zeigen. Das 500-ccm-Zündapp-Kardan-Solorad gehört zu den wirtschaftlichsten Maschinen der Klasse. Der Verbrauch liegt erfahrungs-gemäß zwischen 3,2 und 4,8 Liter. Die Verbrauchskurve ist also flach.

Das 2-Zylinder-Zündapp-Rad
mit Champion-Seitenwagen

Zu den anderen Zündapp-Modellen ist noch zu bemerken: Die Kettenmaschinen „DE”, „DL” und „DK” besitzen alle den Derby-Motorgetriebeblock mit Dreiganggetriebe und in Oelbad laufender Getriebekette. Alle übrigen Maschinen haben ein viergängiges Blockgetriebe (das bewährte Zündapp-Kettengetriebe) mit Kugelschaltung und Wellenantrieb. Das fahrfertige Gewicht der „KK 200” beträgt jetzt in der neuesten Ausführung nach Angabe der Fabrik nicht mehr 125, sondern 120 kg.            J. Fischer

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