Artikel aus der Zeitschrift „Motor und Sport“, Heft 22 vom 1. November 1942

Wir wollen hier keine Betriebsanleitung abdrucken, sondern nur kurz und klar zeigen, worauf es bei diesem und jenem Motorrad ankommt, und dabei vor allem auch die Modelle berücksichtigen, die im Felde viel gefahren werden. In Heft Nr. 19 brachten wir allgemeine Hinweise, in Heft Nr. 21 Anweisungen für NSU-Modelle.

Die Zündapp „K500“ mit stehenden (in diesem Falle mit den Zylindern liegenden) Ventilen.
 
Zündapp „K 500 und KS 600“.
 

Diese beiden viel gefahrenen Motorräder haben einen Stahlblechrahmen, einen gegenläufigen Zweizylindermotor, der quer eingebaut ist, ein Viergang-Blockgetriebe und Wellenantrieb.
Bei dem Modell „K 500“ sind die Ventile stehend, bei dem Modell „KS 600“ hängend angeordnet und über Stoßstangen und Kipphebel gesteuert. Die „K 500“ hat eine Handkugelschaltung, die „KS 600“ Fußschaltung und zusätzlich Handtankschaltung. — Wichtige Daten bringt die Tabelle.

Stehende und hängende Ventile.
Bei dem „K 500“-Motor mit stehenden Ventilen ist dafür zu sorgen, daß bei kaltem Motor und entlastetem Zustand, also bei geschlossenem Ventil, zwischen Stösselschraube und Ventilschaft beim Einlaß ein Spiel von 0,15 und beim Auslaß von 0,20 mm besteht.

Bei dem Motor der „KS 600“ mit hängenden Ventilen wird das Ventilspiel am Kipphebel über der Stoßstange eingestellt, und zwar unter den gleichen Voraussetzungen. Das Spiel soll hier beim Einlaß und beim Auslaß 0,2 mm betragen.

Die Zündapp „KS 600“ mit kopfgesteuertem Motor.

Oelmengen
Bei diesen Motorrädern sind drei Gehäuse vorhanden, deren Oelstand überwacht werden muß. Es ist deshalb gut, den ungefähren Oelinhalt zu kennen. Die Oelfüllung des Kurbelgehäuses ist bei der „K 500“ etwa 2000, bei der „KS 600“ etwa 2500 ccm. Die Einfüllschraube befindet sich bei der „K 500“ auf der rechten, bei der „KS 600“ auf der linken Seite des Motorgehäuses. Die Schraube trägt einen Meßstab mit zwei Strichen, von denen der obere „zu viel“, der untere „zu wenig“ bedeuten. Dazwischen liegt die richtige Oelmenge. Der Oelwechsel wird, wie üblich bei betriebswarmem Motor, etwa alle 2000 km empfohlen.

Das Getriebe hat eine Oelfüllung von 1000 ccm. Der Kegelradantrieb neben dem Hinterrad bekommt eine Oelfüllung von 180 ccm. Der Oelwechsel soll hier nach etwa 5000 km vorgenommen werden.

 

Kupplungsnachstellung.
Die Kupplungsnachstellung ist bei diesen Modellen besonders einfach, wenn man Bescheid weiß.
Abb. 4 zeigt die Druckschraube, die sich im Kupplungshebel befindet. Zwischen Druckschraube und Druckstift muß im eingekuppelten Zustand ein Spiel von etwa 0,2 mm vorhanden sein.

 

Oelstoßdämpfer.
Der im Modell „KS 600“ in der Vordergabel eingebaute Oelstoßdämpfer wird in nebenstehender Abb. gezeigt. Der Oelstand muß hier alle 1000 km geprüft und geeignetes Oel nachgefüllt werden. Zu diesem Zweck wird die auf dem Dämpfer sitzende Verschraubung zusammen mit dem Knebel herausgenommen und „unter ständiger Auf- und Abwärtsbewegung des Lenkers so lange Oel nachgefüllt, bis es aus der Einfüllöffnung heraustritt.“ Durch Schwenken dieses Einstellknebels nach rechts (in Fahrtrichtung gesehen) wird die Dämpfung stärker, also die Federung härter.

 

Die Hochdruckschmierstellen.
Bei diesen Zündapp-Modellen müssen folgende Schmierstellen rechtzeitig durch die Fettpresse beliefert werden: Zwei Nippel am Kickstartergehäuse, eine Stelle am Gasdrehgriff, acht an der Vordergabel („KS 600 und 7“), eine am Kegelradgetriebegehäuse, eine am Fußbremshebel, zwei am Vorderradbremsdeckel, je eine an der Vorderadnabe und der Hinterradnabe und schließlich noch ein Nippel bei der „KS 600“ auf der Schaltwelle.

 

zurück