Artikel aus der Zeitschrift "Motorrad", Ausgabe 49, vom 08. Dezember 1950:

 

Wenn Sie einen besonders lautlosen, weichen und auch glattflächigen Motor suchen, dann wird die friedliche K-Serie von Zündapp Ihre Wünsche erfüllen. Das Äußere spiegelt die technischen Eigenschaften: ruhig, dezent, sehr sauber gemacht. So ist die K500 eine der reinrassigsten Touren- und Gebrauchsfahrzeuge.

 

Entwicklung:
Von 1921 an baute Zündapp kleine Gebrauchszweitakter. Das im Jahre 1927 herausgebrachte Einheitsmodell brachte einen großen Erfolg. 1933 lief die Erzeugung in dem völlig neuerrichteten Werk in Schweinau bei Nürnberg an und Ende 1933 begann auch die Viertaktlinie der Zündappwerke (die einige Jahre schon gebaute 500er hatte einen Rudge-Motor und war kein typisches Zündapp-Muster). Die K500 und die K800 wurden mit Detailverbesserungen bis in die Kriegsjahre gebaut.

Eigenart:
Nicht nur der Auspuffton ist weitgehende gedämpft, es arbeiten auch die Ventile kaum hörbar. Es wäre das besonders glattflächige Äußere, bei dem alles Zubehör, wie Vergaser, Zündspule, Lichtmaschine usw. organisch unter die Haube gebracht wurden, zu nennen.
Das Getriebe ist ein Kettengetriebe, das heißt, die Getrieberäder sind durch kurze Duplexketten miteinander verbunden. Vorteil: größere Elastizität, Nachteil: mehr Aufmerksamkeit als bei Zahnradgetrieben (man sollte bei jedem Generalservice die Getriebeketten zumindest genau unter die Lupe nehmen, da eine gerissene Kette oft bösen Schaden anrichten kann). Das Getriebe wird wie beim Wagenüber eine Kugelschaltung bedient, ein Fußschaltautomat (wie bei KS600) läßt sich anbringen, die Fabrik rät aber davon ab. Die Kardanwelle ist torsionsfedernd ausgebildet. Am Fahrgestell wäre die hydraulische Stoßdämpfung der Gabel zu erwähnen. Achtung: Die Zündspule liegt im Warmen, kein Grund zur Besorgnis, sie muß nur "gut" sein.

Fahrleistungen:
Die 12,5-PS-Ausführung hat 95 km/h (Bw. 80), die spätere gebückt 105 km/h (Bw. 85) erreicht. Der Verbrauch bewegt sich je nach Fahrweise zwischen 4 und 5 Liter/100km. (Bw. 4,5-6 Liter/100km). Bei Kurzstreckenbetrieb Benzinhahn vor dem Abstellen des Motors schließen, das Nachdunsten des Vergasers (im Warmen!) würde sich sonst stark bemerkbar machen.

Ventile:
E.ö. 10° v.o.T., E.s. 50° n.u.T., A.ö. 50° v.u.T., A.s. 10° n.o.T. (bei 0,4 mm Ventilspiel einstellen!),
Ventilspiel für den Betrieb kalt 0,25 mm beiderseits.

Vergaser:
Amal 4/407 S (20mm Ø), HD 65, NP 2, LL 2 U. offen, Sch. 4/3.
Später Amal 5/418 (22mm Ø), HD 85, NP 3, LL 1,5 U. offen, Sch. 5/2, oder Bing AJF 2/22 (22mm Ø), HD 85, NP 4, LL 2 U. offen, Mischkammereinsatz 4.

Zündung:
Vorzündung max. 8mm (39°), U.A.= 0,4mm, Kerzen Bosch W 175 A1, E.A. = 0,6mm.

Luftdruck:
vorne 1,5, hinten 1,75 (Sozius 2,0) atü, mit Beiwagen vorne 1,6, hinten 1,8 (Sozius 2,4) atü.

Diverses:
Kegelradübersetzung früher 9/50 (Bw. 8/51), später 8/45 (Bw. 7/45), Motor 2,0 Liter Mobilöl DM (Winter Arctic); Getriebe 1,0 Liter wie Motor; Kegelradgehäuse 180ccm Mobiloil EP - oder gleichwertige andere Marke. Das Nachprüfen des Ölstandes im Gabeldämpfer: Dämpferverschraubung mit Knebel herausnehmen, unter Durchfedern der Gabel solange Mobiloil-Arctic (Winter Arctic-Spezial) nachfüllen bis Öl an Einfüllöffnung austritt. Starke Dämpfung, Knebel nach rechts, für weiche nach links.
Bei zu großem Ölverbrauch trotz ordentlicher Kolben und Ringe Entlüfter-Kontrolle: frühere Ausführung Über- und Unterdruckflatterventil (könnte kleben bleiben) Absaugen oder Eindrücken von Öl ins Getriebe (siehe Ölstand dort !). Spätere Ausführung entlüftet durch Nockenwelle, entweder Lager schon zu viel Luft oder Büchse verdreht !
Getriebeübersetzung im vierten Gang 1 : 0,95 (!)


In Abbildung K500/ 38, Daten für Solo


69Ø x66,6 = 498 ccm; 2-Zyl.-Box.; 4 Takt-sv;
1:5,8; 16PS bei 4800 U/min.; Batteriezündung; Umlaufschmierung.
Kettengetriebe, 5,3-6,4-10,8-16,8; Kugelschaltung; Kardan.
Geschlossener Preßstahlrahmen, Preßstahl-Parallelogrammmgabel (hydr. Dämpfer), 3,50—19"; Tank 12,5 Liter; Innenzugdrehgriff und -hebel.
Radstand 139, Länge 215, Breite 82, Sattelhöhe 72, Bodenfreiheit 13 cm,
188 kg; 105 km/h; 4,5 Liter/100 km.

 

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