Artikel aus der Zeitschrift "Motorrad", Ausgabe 44, vom 16. Dezember 1949:

 

Während die KS 500 auch für Solobetrieb gedacht war, wurde Ihre Nachfolgerin als Motorrad für anspruchsvolle Beiwagenfahrten entworfen. Sie ist glattflächig, laufruhig und erfordert wenig Pflege. Mit dem starken Preßstahlrahmen stellt sie den speziellen Typ einer angenehmen schweren Beiwagensportmaschine dar.

 

Entwicklung:
Zu Beginn des Jahres 1936 wurde eine sehr gefällige obengesteuerte 500er in das Zündapp-Programm genommen. Die Bohrung (66,6-mm) und der Hub (69 mm) wurden ebenso wie viele andere Grundelemente von der bewährten K 500 (sv) übernommen. Die Leistung betrug 22 PS/ 4600 U/min. Bald folgte ihr ein besonders gefälliges Schwestermodell, die KKS 500, in rotem Gewand nach. Diese KKS war nur für Solosport gedacht, denn sie hatte den leichten Preßstahlrahmen der kleineren Zündapp-Typen. Sie war auch mit 176 kg um 20 kg leichter als die beiwagenfeste Ausführung. Im letzten Baujahr wurden 25 PS/5300 U. angegeben. Die KS kostete 1350 RM.
Schon im Jahre 1934 ging man daran, dem Beiwagenmodell eine höhere Leistung zu geben und brachte auch eine Reihe von Detailverbesserungen an. So entstand die KS 600, ein Rad das auch viel von der Armee verwendet wurde. Sein Preis betrug 1395 RM, war also nur wenig höher, als bei der 500er.

Eigenart:
Der Motor war besonders glattflächig, der Vergaser und alle Nebenapparate wurden „unter die Haube" gebracht. Sein besonderes Kennzeichen lag in dem für einen ohv-Motor äußerst ruhigen Ventiltrieb. Die Lichtmaschine sitzt vor der Kurbelwelle. Durch das Kettengetriebe (es kämen die Zahnräder nicht direkt, sie sind mit kurzen Duplex-Ketten verbunden!) war der Antrieb äußerst weich.
Es ist eine kombinierte Hand-Fuß-Schaltung vorgesehen. Die Gabel wurde wieder mit dem bewährten Öldruckstoßdämpfer ausgerüstet, Die großen Bremstrommeln und der kräftige und sehr gefällige Preßstahlrahmen vervollständigen das Bild der KS 600.

Fahrweise:
Die Zündapp bestätigt unterwegs sofort den Eindruck, den man von ihr schon vorher gewonnen hat. Ein temperamentvolles und sehr solides Fahrzeug mit kräftigen, wirkungsvollen Bremsen. Am Berg ist die KS 600 kühlungsmäßig nicht klein zu kriegen.
Die KS 500 hat am Beiwagen ehrliche 95 km/h (Solo 130 km/h) geschafft, bei der KS 600 kann man mit 100 km/h für das Gespann rechnen.
Beide Typen sind nicht extrem sparsam, um die 5 bis 6 Liter bzw. 5 bis 6,5 Liter je 100 km (Solo 4 bis 5 Liter) wird aber auch allerhand geboten.

Vergaser:
KS 500 und KKS 500: Amal 75/422 links und rechts; Durchlaß 22 mm, HD 100, S 5/4, NP 2, LL 1,5 U.
KS 600: Amal M 76/446, Durchlaß 25,4 mm, HD 140, S 6/3, NP 2, LL 1.5 U.

Zündung:
KS 500 und KKS 500: —42 bis —43° (10 bis 11 mm) v. o. T.
KS 600: —40° (10 mm) v. o. T.
Beide U. A. = 0,4 mm. Kerzen Bosch W 225 T 1. E. A. = 0,6 mm.

Ventile:
E.ö. 12° v.o.T., E.s. 48° n.u.T., A.ö. 54° v.u.T., A.s. 6° n.o.T.,
Spiel kalt KS 500 und KKS 500: E = 0,20, A = 0,25 mm.
Spiel kalt KS 600: E = 0,15, A =.0,20 mm.

Luftdruck:
vorne 1,5, hinten 1,75 (Sozius 2,1) atü, mit Beiwagen vorne 1,6, hinten 2,0 (Sozius 2,5.) atü.

Diverses:
Übersetzung im Getriebe für vierten Gang 1 : 0,88,
Kegelradübersetzung KS 500: 8/45 (Bw 7/45).
Kegelradübersetzung KKS 500: 8/45,
Kegelradübersetzung KS 600: 7/37 (Bw 6/36, Bw letzte Zivil-Ausf. und Heer 6/38),
Motoröl alle 2000 km 2,5 Liter (Sommer Mobiloil DM, Winter Mobiloil Arctic),
Getriebe alle 5000 km 1 Liter wie Motor,
Kegelräder alle 5000 km 180 ccm Mobiloil EP oder gleichwertige.
Alle 1000 km Ölstand im Stoßdämpfer überprüfen. Man nimmt die obensitzende Verschraubung mit Knebel gemeinsam heraus und schüttet, beim Durchfedern der Gabel so lange Mobiloil Arctic o.ä. nach, bis es bei der Einfüllöffnung austritt.


In Abbildung und Block KS600 (für Bw.)


2 x 67,6 x 75 = 597 ccm; 4 Takt-ohv; 1 : 6,5; 28 PS bei 4800 U/min; Batteriezündung; Umlaufschmierung.
Mehrscheibenkupplung; 5,58—7,2—11,4 — 19,0; Fußschaltung; Kardan.
Preßstahlrahmen; ölgedämpfte Preßstahlgabel; 3,5—19"; Tank 15 Liter; Außenzugdrehgriff; Innenzughebel
Radstand 141, Länge 217, Breite 92, Sattelhöhe 73, Bodenfreiheit 13 cm,
210 kg; 100 km/h; 5,5 Liter/ 100 km.

 

<< zurück zur Presseseite >>